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Spende gibt ein gutes Gefühl

Bild: Joel Hunold, Westfälsche Nachrichten
Bild: Joel Hunold, Westfälsche Nachrichten

Ein kurzer Stich, ein paar Minuten warten –und schon war es das mit der Blutspende. Eine schnelle Sache. Die hat der Burgsteinfurter Wilhelm Hüsken schon mehr als 125 Mal hinter sich.

„Auslöser war damals mein Vater“, erzählt der heute 69-Jährige. Als Wilhelm Hüsken grade ins Erwachsenenalter gekommen war, musste sein Vater wegen einer Krebserkrankung operiert werden. Er war auf Bluttransfusionen angewiesen. Da vorherige Spender seinem Vater geholfen hatte, ging nun auch Wilhelm Hüsken sein Blut spenden – quasi als Ausgleich.

„Man verspürt ein gutes Gefühl danach“, erzählt er, wieso er seit dem ersten Stich dabei geblieben ist. Dabei habe er früher nur zweimal jährlich Blut spenden dürfen. Heute sind es sechsmal pro Jahr.

„Meistens gehe ich hier in Burgsteinfurt. Aber ich war auch schon in Wettringen oder Borghorst. Manchmal passt es da vom Termin besser, weil man beim Burgsteinfurter Termin nicht kann oder krank ist“, berichtet er von den unterschiedlichen Blutspendemöglichkeiten, die das Deutsche Rote Kreuz hier in der Region anbietet.

Probleme habe er nach einer Blutspende noch nie gehabt. „Nur einmal durfte ich nicht spenden. Da waren meine Eisenwerte zu niedrig.“ Doch das habe er schnell wieder in den Griff bekommen. Dass zu jeder Blutspende eine ärztliche Überprüfung der eigenen Blutwerte gehört, sei ein toller Nebeneffekt, um die eigene Gesundheit im Blick zu behalten.

In der vergangenen Woche wurde Hüsken im Rahmen einer Blutspenderehrung vom DRK-Ortsverband Burgsteinfurt für die 125. Spende geehrt. Er war nicht der einzige. Über 50 regelmäßige Spenderinnen und Spender hatte das DRK zu der Feierstunde mit anschließendem Abendessen in gemütlichem Rahmen eingeladen. Sie wurden für die jeweils 25., 50., 75., 100., 125. und im Falle von Dagobert Hölscher sogar für die 175. Blutspende geehrt.

Ebenfalls 125 Stiche in den Arm hat Hans-Bernd König hinter sich. „Seit ich 18 bin, mache ich das regelmäßig.“ An die erste Spende kann er sich noch gut erinnern. „Wir haben das als Clique gemeinsam gemacht.“ Bis 3 Uhr morgens habe man gefeiert und sei am nächsten Morgen geschlossen zur Blutspende gegangen.

„Für mich ist es eine Selbstverständlichkeit, anderen zu helfen“, erzählt er. Rückblickend erstaunt es ihn, welche Menge über die Jahre zusammengekommen ist. „Wenn man sich das so vorstellt, 64 Liter Blut. Das ist mehr als ein großes Bierfass voll.“ Seine Kinder folgen seinem Beispiel und gehen ebenfalls den wertvollen Lebenssaft spenden.

Niklas Abeln weiß aus erster Hand, wie wichtig der Blutspendedienst des DRK ist. Er ist Mitglied im Ortsverein und hilft gelegentlich bei den Blutspendeaktionen aus.

Und statt nur andere Spender zu unterstützen, hat er selbst schon 25 Mal den Ärmel hochgekrempelt. „Im Studium hatte ich irgendwann mal einen Flyer in der Hand“, erzählt er. Und dann habe er sich gedacht: „Warum nicht, wenn ich das Blut quasi über habe und es mir nicht fehlt?“

"Eine einfache, aber wirkungsvolle Tat mit der Sie leben retten"  Sandra Steenweg

Seitdem versucht er, mindestens fünfmal im Jahr spenden zu gehen. Ab und zu setzt er mal aus: „Ich hatte schon mal einen niedrigen Hämoglobin-Wert.“ Der deutet darauf hin, dass man selbst zu dem Zeitpunkt nicht viel Blut im Körper hat. Da sollte man dann lieber auf die eigene Gesundheit achten. Doch solange es geht, könne man auch spenden, ruft er andere dazu auf, es ihm gleichzutun. „Es ist wirklich nur ein kleiner Pieks.“

Einmal habe er am Tag nach einer Blutspende intensiv Sport getrieben, „da habe ich gemerkt, dass ich nicht wie sonst an meine Leistungsgrenze gehen kann“. Doch im Alltag merke man überhaupt nicht, dass dem Körper Blut abgezapft wurde.

Hinzu kommt: „Es hilft, sich genau zu informieren.“ Es sei eine zusätzliche Motivation, „wenn man eine Blutgruppe hat, bei der es einen großen Bedarf gibt und man weiß, das bringt den Menschen direkt etwas“.

Auch der Ehrenamtsabend beziehungsweise die Auszeichnung der Jubiläumsspender beim DRK können eine zusätzliche Motivation für den Pieks in den Arm sein. „Es war schon mein Ziel, die 50 vollzumachen“, erzählt Ute Nefigmann über ihre Jubiläumsspende. Sie fing in ihren 20ern mit dem Blutspenden an. „Meine Mutter ist auch regelmäßig gegangen.“

Seit Jahren gibt es immer wieder Aufrufe zur Blutspende von Krankenhäusern und Hilfsorganisationen wie dem DRK, wenn die Konserven drohen, knapp zu werden. Zuletzt wurde solch ein Aufruf vor wenigen Tagen veröffentlicht. Angesichts der gesundheitlichen Not anderer Menschen, die auf Blutspenden angewiesen sind „spüre ich ein Pflichtbewusstsein dazu“, erzählt Nefigmann. Schließlich könne man irgendwann selbst darauf angewiesen sein.

Laut der Rotkreuzleiterin Sandra Steenweg ist die Blutspende eine „einfache, aber wirkungsvolle Tat, mit der Sie Leben retten“, dankte sie allen Spenderinnen und Spendern im Rahmen des Ehrungsabends. Über Jahre und Jahrzehnte „haben Sie Verantwortung übernommen“, – „leise und ohne große Worte“.

Text: Joel Hunold, Westfälsche Nachrichten